23.06.2017

von B° RB

20 Jahre Glasstraße

Die funkelndste Ferienstraße Deutschlands: Wenn traditionelles Glashandwerk modernes Glasdesign trifft

"Two diving figures" von Glaskünstler Mark Angus - ein Objekt in den Gläsernen Gärten in Frauenau

Die Glasstraße, eine der schönsten und beliebtesten Ferienstraßen Deutschlands, hat einen runden Geburtstag: 1997 eröffnete der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl die Glasstraße, die quer durch Deutschlands bedeutendste Glasregion führt und jährlich mehrere Millionen Besucher anzieht. Heuer wird das 20. Jubiläum gefeiert. Wer entlang der 250 Kilometer langen Glasstraße durch den Oberpfälzer Wald und den Bayerischen Wald unterwegs ist, entdeckt mehr als 700 Jahre Glasmachertradition - und Glas in allen Varianten: Glas für den Tisch, Glas für Trophäen, Dekorationsobjekte aus Glas, Kunst, Architektur und Museen rund ums Glas, Glasmacher in Aktion und vieles mehr. 

Kaum eine Region in Deutschland ist so eng mit dem Glas verbunden wie der Oberpfälzer Wald und der Bayerische Wald. Zwischen Neustadt an der Waldnaab und Passau ist das Glasmacherhandwerk daheim. Hier staunt man in Deutschlands größter Freiluftgalerie über Glas in allen Facetten, von Bleikristall bis zum feuerveredelten Glas. Hier sind die Künstler zuhause, die den Rohstoff aus den Schmelzöfen mit kreativen Ideen, Erfahrung und handwerklichem Können immer wieder aufs Neue zu Kunstwerken machen. Exklusiv oder extravagant. Filigran, farbenfoh und frech. Für drinnen und draußen. Und zwar seit über 700 Jahren. 

Das Glas von der Glasstraße geht in die ganze Welt: als seltenes Antikglas, edles Trinkglas oder Kronleuchter für Luxushotels, als ausgefallene Trophäe für bekannte Sportveranstaltungen wie den alpinen Ski-Weltcup, die Vierschanzentournee und im Rennsport die DTM oder auch als einmalige Skulptur für namhafte Galerien. Mundgeblasen, nach alter Handwerkskunst oder industriell gefertigt. Geschliffen, graviert oder bemalt. Miteinander wollen die Glashütten, Glasmacher, Glaskünstler, Glasveredler, Museen und Galeristen zeigen, wie faszinierend „ihr“ funkelndes Glas ist. Sie begeistern die Besucher für traditionelles Glashandwerk, modernes Glasdesign und für die kleinen und großen Besonderheiten, die Tag für Tag entstehen. 

Glasattraktionen: Spazieren zwischen gläsernen Bäumen und der Glas-Arche  

Glas – ein Wahrzeichen der Region, nicht nur im übertragenen Sinn. Schon von weitem sieht man die meterhohen Tannen, Fichten und Espen aus Flachglas, die bei Regen wachsen, den über fünf Meter hohen, gläsernen Maibaum, der in Riedelhütte in den Himmel ragt, die gläserne Arche zusammengesetzt aus 480 Glasscheiben am Fuß des Lusen, oder die zweite Arche, die in Frauenau vor dem Glasmuseum in den gläsernen Gärten funkelt, umgeben von 20 Skulpturen internationaler Glaskünstler. In Zwiesel bestaunt man die größte Kristallglaspyramide der Welt, bei der sich 93.665 Kristallgläser auf 65 Ebenen stapeln, in Bodenmais das größte Weißbierglas oder die größte mundgeblasene Christbaumkugel, die satte fünf Kilo wiegt, in Arnbruck den Skulpturengarten mit meterhohen Kunstwerken aus Glas, in Viechtach die Gläserne Scheune, die auf über 200 Quadratmetern bemalter Glasfläche die Geschichten des Propheten Mühlhiasl erzählt. 

Glastradition: Den Glasmachern in den Glashütten über die Schulter schauen > An der Glasstraße sieht man hautnah, wie die Glasmacher die flüssige Glasmasse zu Kugeln, Vasen oder Gläsern formen. Man steht neben ihnen am Ofen, spürt, wie ihnen die Hitze entgegenflimmert – und staunt, wie sie aus dem zähflüssigen Rohstoff zauberhafte, zerbrechliche Dinge gestalten. In den Glashütten und Manufakturen wird das Wissen rund ums Glas weitergegeben. Seit Jahrhunderten. Von Generation zu Generation. 

Man kann man beim Glasblasen zuschauen, miterleben, wie die Glasmaler ihre Motive aufs Glas zaubern oder dabei sein, wenn die Künstler in ihren Werkstätten das Kristall beim Schleifen, Polieren, Gravieren oder Vergolden veredeln. Wer mag, kann sich an der Glasstraße selbst als Glasmacher versuchen und zur Glasmacherpfeife greifen. Funkelndes für Zuhause gibt's im Oberpfälzer Wald und im Bayerischen Wald direkt dort zu kaufen, wo es entsteht: in den Glashütten, bei den Künstlern, in Galerien und Glasunternehmen, die teils mehrfach ausgezeichnet wurden oder zu den Weltmarktführern der Branche gehören. 

Glaswissen: Kunst- und Kulturgenuss rund ums Glas in Museen und Galerien

Glas ist mehr als Glas. Das merken die Besucher schnell, wenn sie in den Museen oder Galerien unterwegs sind. In Neustadt erfährt man im Glas- und Stadtmuseum mehr über die gläserne Geschichte der Stadt, die als europäisches Bleikristallzentrum gilt. In Passau gibt´s die weltgrößte Sammlung böhmischen Glases zu bestaunen, in Plößberg den Nachbau einer Glasschmelzofenbau-Hütte, im Landestormuseum Furth im Wald Hinterglasbilder und Hohlgläser. Live erleben kann man in Viechtach, wie das Kunstobjekt Venusmaschine von Glaskünstler Reinhard Schmid entsteht, während man im Frauenauer Glasmuseum zu einer spannenden Gedankenreise durch die Geschichte des Glases aufbricht.

Glas ist an der Glasstraße mehr als vielseitig. Wer Interesse fürs Glas mitbringt, schlendert in Regen durch die größte private Sammlung an Schnupftabakgläsern oder bewundert in Waldmünchen Glaskunst im Berghof Gibacht und in Drachselsried in der Glasgalerie Herrmann die Werke von über 150 Glaskünstlern aus 30 Ländern. 

Glas ist ein so phantastischer Werkstoff, so mancher will hier einmal selbst Hand anlegen. Bei Workshops und Veranstaltungen kann man seine Experimentierfreude oder seine Leidenschaft für das Glas mit Gleichgesinnten teilen und beispielsweise an der Sommerakademie des Bildwerks Frauenau teilnehmen. 

Glasfachschule Zwiesel

Jungen Menschen, die technisch, handwerklich und gleichermaßen künstlerisch interessiert sind, bietet die Glasfachschule in Zwiesel ein einzigartiges Kompetenzzentrum mit über 100-jähriger Erfahrung. Der Umgang mit Glas kann in den Fachbereichen Glasblasen, Glasmachen, Glasveredeln, Glasmalen und kreatives Produktdesign erlernt werden. 

Kostenlose Prospekte und Informationen erhält man beim Tourismusverband Ostbayern, Im Gewerbepark D 04, 93059 Regensburg, Tel. +49 (0)941 58539-0

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